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15. Juli 2020

Die Corona-Pandemie – ein Schwarzer Schwan?

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Der Corona-Virus hat die Welt fest im Griff. Er spaltet Länder und Nationen. Er trennt Familien und Freunde. Die Corona-Krise fordert von Politikern, Wissenschaftlern und Medienvertretern strategische Weitsicht und kommunikative Professionalität.
Die Dauer und Folgen der Krise sind derzeit zwar noch nicht absehbar. Aber es ist sicher, wir werden auch diese Krise überwinden. Und gestärkter daraus hervorgehen.

Uns am Institut Campus of Finance stellt sich die Frage, war die Corona-Pandemie ein „Schwarzer Schwan“, also ein Risikoereignis, das so nicht vorhersehbar war? Schon im Jahre 2002 prägte Donald Rumsfeld, der damalige US-Verteidigungsminister, den Begriff der „unknown unknows“. Er bezeichnete damit Ereignisse und „Dinge“, von denen wir nicht wissen, dass wir sie nicht wissen.

Zur Bewältigung derartiger Situationen greifen die Instrumente des traditionellen Risikomanagements, wie die üblichen Wahrscheinlichkeitsberechnungen mit stetigen Modellen nicht. Die Realität ist gelegentlich „kreativer“ als unsere Voraussagen. Wird ein derart außergewöhnliches Ereignis dennoch prognostiziert, gerät es nicht in den Fokus von Politik und Wirtschaft.

Bei der Vorbereitung auf nicht erkennbare Bedrohungen ist ein „Unsicherheitsmanagement“ erforderlich. Neben Wissenschaftlern und Experten in den unterschiedlichen Disziplinen bedarf es in einer immer komplexer werdenden Welt einer wissenschaftlich geprägten Persönlichkeit, die über Problemlösungskompetenz verfügt, um auch undenkbare Herausforderungen souverän zu meistern.

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Es genügt in der beruflichen Praxis nicht mehr nur über spezifisches Fachwissen zu verfügen. Eine umfassende, interdisziplinäre Ausbildung und kulturelle, kommunikative Kompetenzen werden unverzichtbar, wie die derzeitige Krise mit aller Deutlichkeit zeigt. Fähigkeiten, die früher als Softskills bezeichnet wurden, zählen heute zu den Kernkompetenzen für erfolgreiche Manager und Politiker.

War der MBA, Master of Business Administration ursprünglich eher die Weiterbildung für Nicht-Ökonomen, muss zukünftig ein zeitgemäßes MBA-Studium diesen geänderten Anforderungen unserer Gesellschaft gerecht werden.

Durch unsere Vertiefungen Kommunikation, Finanzen, Produktion und Immobilien, die stark internationale Ausrichtung und die Kooperationen mit Hochschulen und Unternehmen tragen wir schon seit langem dieser Anforderung Rechnung. Neue Module wie „Mensch und Natur“ oder „Management Sciences“ und die neue Vertiefung „Communication“ tragen zur „Wissenserweiterung“ bei und ermöglichen den notwendigen Blick über den Tellerrand.

Die Zahl der Schwarzen Schwäne, von denen wir nichts wissen, wird vor dem Hintergrund der Digitalisierung, der Globalisierung und des Klimawandels in Zukunft eher steigen. In gleichem Maße wird die Nachfrage nach kompetenten Persönlichkeiten zunehmen.

Text: Prof. Dr. Kurt M. Maier
Im April 2020
Foto: Rowan Lamp / unsplash